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CASACORDA - Das Streicherhaus

Zoltán Lantos

Zoltán Lantos spielt seit seinem siebten Lebensjahr Geige. Er besuchte das Béla Bartók Conservatorium und die Franz Liszt Akademie in Budapest. Schon während seines Studiums interessierte er sich sehr für klassische indische Musik und ging dann 1985 mit einem indischen Staatsstipendium für fast neun Jahre nach Delhi, um dort die klassische Musik des Landes zu studieren. Er gewann dort weitere Stipendien und war an diversen CD-Produktionen beteiligt, die auch auf dem internationalen Markt erschienen sind.
1994 kehrte er nach Europa zurück und entwickelte seinen Improvisationsstil weiter, indem er sich seiner eigenen musikalischen Wurzeln besann, sie mit seinem Wissen über die orientalische Musik und mit seinen Erfahrungen im heutigen europäischen Jazz verwebte. Seitdem arbeitet er in diversen Jazz- und Worldmusic-Projekten und mit so unterschiedlichen Musikern wie Márta Sebestyén, Lászlo Dés, Mihály Dresch, Charlie Mariano, Dhafer Youssef, Ramesh Shotham, Renaud Garcia-Fons, Lars Danielsson, Markus Stockhausen, Achim Tang, Patrice Heral u.a.. Neben seinem Hauptprojekt MIRRORWORLD spielt er auch solo und nutzt dabei die Elektronik für Loops und andere Spezialeffekte. In den letzten Jahren wurde er sowohl mit seinem eigenen Quartett als auch als Gast bei anderen Gruppen zu diversen internationalen Jazz- und World Music-Festivals eingeladen.

Zoltán Lantos hat auf einer Vielzahl von Platten mitgewirkt und schreibt auch Theatermusik. Drei CDs sind in seiner Heimat Ungarn erschienen: "Pieces" (Nyomdacoop, 1996), "Eclipse" (Tandem Records, 1997) und "Mirrorworld" (Fonó Records, 1998). Neben einer fünfsaitigen Violine spielt er eine speziell für ihn gebaute fünfsaitige Violine indischen Typs mit sechzehn Resonanzsaiten.



"MIRRORWORLD"

Zoltán Lantos - Violine, Resonanzsaitenvioline
Mihály Dresch - Sopransaxofon, Bassklarinette, Flöten
Gabor Juhász - Gitarren, Oud
Kornél Horváth - Perkussion
CASACORDA - Das Streicherhaus

Die Mitglieder des MIRRORWORLD Quartetts sind in der ungarischen Jazzszene gut bekannt. In wechselnden Besetzungen hatten sie seit Jahren miteinander zu tun, und Mitte 1999 gründeten sie dann gemeinsam MIRRORWORLD. Es gibt keine musikalische Kategorie, unter der man ihre Musik zusammenfassen könnte, wenngleich vergleichbare Projekte oft mit "World Jazz" bezeichnet werden. Die Musik von MIRRORWORLD hat ihre Wurzeln in der ungarischen Musiktradition. Gleichzeitig sind jedoch auch tiefe Verbindungen zu anderen musikalischen Kulturen sichtbar: Orientalische Musik, klassische indische Musik und freie Jazzstrukturen sind ebenbürtige Elemente in den Kompositionen und Improvisationen von MIRRORWORLD.


Krause Geschichten aus der Tonvase
Ein Festival der Ideen und Überraschungen:
Die Leipziger Jazztage

Das Fenster zum Osten wurde diesmal in Richtung Ungarn geöffnet, von wo eine überraschend vitale und eigenständige weltmusikalische Produktion in das Festival hereinschneite. Der Geiger Zoltán Lantos hat neun Jahre in Indien gelebt und repräsentiert eine zeitgemäße Einstellung zur Auseinandersetzung mit den außereuropäischen Hochkulturen: Diese Musiker versuchen nicht mehr, indischer als die Inder zu sein, sondern filtern ihre Faszination angstfrei durch ihre europäischen Erfahrungen. Die Modalität indischer Skalen, kleine Verzierungsdetails und Glissandotechniken und der gedeckte Klang einer von Lantos mit einem spanischen Instrumentenbauer entwickelten (...) Resonanzsaiten-Geige sind da noch übrig geblieben - in einer Musik, die immer im Aufbruch ist zwischen sensibler frei linearer Kammermusik, tänzerischem, von ad hoc erzeugten elektronischen Loop-Ostinati angeheiztem Bewegungsdrang und schrillen Turbulenzen, wobei der gruppendienliche Altruismus der Spieler nie verloren geht. Auch ein von ungarischer Folklore angeregtes Stück löst sich schnell von der Balkanmotivik in querköpfigen Paraphrasen. Und das ist typisch für Leipzig: Das Auftauchen eines "östlichen" Musikers absoluter Weltklasse, den bis dahin niemand kannte: Des Perkussionisten Kornél Horváth, eines Filigranvirtuosen, der zwischen manischer Motorik und polyrhythmisch empfundenen Einzelschlägen die krausesten Geschichten erzählt - nur mit den Händen auf Bongos, Kongas und einer Tonvase.

Ulrich Olshausen - Frankfurter Allgemeine Zeitung



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Zoltán Lantos
received his degree in classical violin from the Ferenc Liszt Academy of Music in Budapest. Being drawn towards experimental and eastern music from early on, he traveled to India on a scholarship to study classical Indian music in 1985.

Returning to Budapest in 1994 he went on developing his own unique way of improvising on the violin, rediscovering his musical roots and blending them with his knowledge of Eastern music and his experiences in the field of contemporary European jazz. Since then he has been performing and recording with various musicians such as Márta Sebestyén, Lászlo Dés, Mihály Dresch, Charlie Mariano, Dhafer Youssef, Ramesh Shotham, Renaud Garcia-Fons, Lars Danielsson, Markus Stockhausen, Achim Tang, Patrice Heral and others.

Aside his main project MIRRORWORLD quartet he also plays solo violin performances using electronic devices to create multiple loops and special effects. The last few years he has been invited to several international jazz and world music festivals with his own group and also as a guest artist of other projects. He can be heard on a number of albums and also composes for theatre and dance. He has previously released three CDs in his own country: "Pieces" (Nyomdacoop, 1996), "Eclipse" (Tandem Records, 1997) and "Mirrorworld" (Fonó Records, 1998).
Zoltán Lantos plays a 5string violin and a custom-built 5+16 sympathetic string Indian type violin.


"MIRRORWORLD"

Zoltán Lantos - violins
Mihály Dresch - soprano, bass clarinet, flutes
Gabor Juhász - guitars, oud
Kornél Horváth - percussion

The members of the MIRRORWORLD quartet are well-known in the Hungarian contemporary jazz scene. They have been working with each other in various formations during the last few years. These collaborations eventually resulted in forming the present quartet in mid-1999.
It would be hard to put their music into any particular category, although the musical concept of comparable projects is internationally recognised as World Jazz. Even so, the music of the MIRRORWORLD quartet is strongly rooted in the native traditions of their homeland. At the same time it has deep connections with other musical cultures. Oriental music, Indian classical music and elements of free jazz are equally important in forming the material of the compositions and the atmosphere of the improvisations.





© Jörg Walesch •
jwalesch @ casacorda.de